Kultur ist unser Auftrag.

Dabei sind die Formen unserer kulturellen Aktivitäten vielfältig, multikulturell, subkulturell, interkulturell, Toleranz fördernd und integrativ.

IntraKulturell: Die Gestaltung von Vielfalt als Herausforderung.

Die Förderung von “Einheit in Vielfalt” ist Leitgedanke für unser Handeln nach innen, als Verein gegenüber MitarbeiterInnen, Mitwirkenden und Partnern.

Diese Gestaltung von Vielfalt („Diversity Management – Managing Diversitiy”) ist Herausforderung und Programm zugleich. Es unterstreicht unseren Anspruch auf besondere Weise, durch Kultur den europäischen Einigungsprozess vor Ort zu unterstützen. Indem wir mit unseren kulturellen Aktivitäten „Brücken“ zu den Menschen in der Euroregion bauen, fördern wir den interkulturellen Austausch und die Entwicklung der gemeinsamen Heimatregion dreier Nationen (DE, PL, CZ).

Interkulturelle Kompetenzentwicklung durch die Gestaltung von Vielfalt.

Gerade die Gestaltung von Vielfalt nach Innen eröffnet dem FVKS Möglichkeiten, seine Vereinszielsetzungen auf einzigartige Weise zu realisieren. Unterschiedliche Herkunft und Sozialisierung, Geschlecht, Lebensformen, Geschichte und Interessen unserer MitarbeiterInnen und Mitwirkenden sind das Potenzial für besondere Aktivitäten und Veranstaltungen, sie tragen häufig den „Stempel“ ihrer MacherInnen und sind nicht beliebig.

Die erfolgreiche Gestaltung von Vielfalt ist ein hoher Anspruch und eine tägliche Herausforderung. Rückrat und Basis ist unser besonderes Konzept der Kultur- und Bildungsarbeit – ausBildung Zukunft!. Es eröffnet auf unterschiedliche Weise Bildungschancen, die Teilhabe an Gesellschaft, die Verwirklichung eigener Vorstellungen in der Kulturarbeit und fördert dabei Toleranz, interkulturelles Verständnis, Multikulturalität und Weltoffenheit.

Integration durch die Gestaltung von Vielfalt.

Integration, das heisst für uns die gleichberechtigte Teilhabe an der Kultur- und Bildungsarbeit des FVKS bei gleichzeitigem Erhalt der persönlichen kulturellen Identität. Integration ist für uns umfassend und bezieht nicht nur die auf Dauer in der Region lebenden Mitwirkenden und MitarbeiterInnen des Vereins aus anderen Ländern und Kulturkreisen mit. Integration verwirklicht sich in gleichberechtigter gesellschaftlicher Teilhabe.

Menschen unterschiedlicher Herkunft und kultureller Prägung tragen mit ihren Kenntnissen und Erfahrungen dazu bei, auch den Verein weiter zu entwickeln. Das Betriebsklima, die MitarbeiterInnenmotivation und die Ergebnisse unserer kulturellen Aktivitäten profitieren hiervon besonders. Die Gestaltung dieser Vielfalt hat gerade in unserer international ausgerichteten Organisation einen hohen Stellenwert und verdeutlicht unsere interkulturelle Orientierung.

Gender Mainstreaming durch die Gestaltung von Vielfalt.

Europaweit anerkannt ist die Handlungsmaxime, bei allen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt. Frauen und Männer sind regelmäßig auf unterschiedliche Weise von Entscheidungen in Politik, Öffentlicher Verwaltung und privatrechtlichen Organisationen betroffen („Gender Mainstreaming“).

Dieses Leitprinzip der Gleichstellung von Mann und Frau – und damit die Geschlechtergerechtigkeit – verpflichtet Verantwortliche ihre Entscheidungen so differenziert auszurichten, dass sie in diesem Zusammenhang zu echter Chancengerechtigkeit führen. Bedeutsam ist deshalb die nach Geschlecht unterschiedene Abschätzung der Folgen von Entscheidungen (Quelle: Bundesregierung – www.gender-mainstreaming.net).

Der Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec e.V. erweitert diese Sichtweise. Indem wir unsere Mitwirkenden und MitarbeiterInnen in ihrer Vielfalt („Diversität“) anerkennen und fördern, ist es unsere Aufgabe diese Vielfalt mit dem Ziel zu gestalten, für alle echte Chancengerechtigkeit zu schaffen. Das schließt Gender Mainstreaming auf besondere Weise mit ein. Eine Sichtweise, die übrigens auch in der Forschung zunehmend vertreten wird (vgl. z.B. GenderKompetenzZentrum an der Humboldt-Universität zu Berlin – www.genderkompetenz.info).

Für den FVKS geht es darum, unseren Mitwirkenden und MitarbeiterInnen mit ihren unterschiedlichen Lebenslagen gerecht zu werden, ihnen gesellschaftliche Teilhabe durch Kultur- und Bildungsarbeit zu ermöglichen und somit in der Summe ein positives Verhältnis von Chancen-, Bedürfnis- und Leistungsgerechtigkeit zu verwirklichen.

Gestaltung von Vielfalt beim FVKS – Stand und zukünftige Entwicklungen.

Die Gestaltung von Vielfalt durchdringt als Querschnittsaufgabe sämtliche Bereiche der Vereinsarbeit – so insbesondere Abläufe und Strukturen, die übergeordneten Vereinsziele und Strategien, die tägliche Arbeit in der Geschäftsstelle und mit Partnern.

Von Beginn an hat der Verein darauf Wert gelegt, Vielfalt in seinen Aktivitäten durch seine Mitwirkenden und MitarbeiterInnen zu bewirken. Der zunehmende Reifegrad unserer Organisation ermöglicht mittlerweile differenzierte Konzepte und Maßnahmen, um echte Chancengleichheit zu erzielen.

So schaffen beispielsweise individualisierte Arbeitszeitregelungen, angepasste Lern- und Arbeitsmethodiken, Teilhabe an Bildung und Kultur, das gezielte Durchbrechen einer „Anwesenheitskultur“ und dessen Ablösung durch eine „Ergebnis- und Verantwortungskultur“, gleichberechtigte Arbeitssprachen im Bürobetrieb sowie individuelle Entfaltungsmöglichkeiten in der Kulturarbeit die Basis für ein umfassenderes Verständnis von Vielfalt.

Die nächste Herausforderung für den Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec e.V. (FVKS) liegt darin, bei zunehmender Größe und Komplexität der Organisation aus den bereits entwickelnden Leitlinien und Einzelmaßnahmen eine umfassende Konzeption für die Gestaltung von Vielfalt abzuleiten. Gender Mainstreaming, Integration und interkulturelle Kompetenz bilden die Eckpfeiler dieser Herausforderung.

Sende Artikel als PDF an PDF
Seite drucken